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INTERVIEW VORLAGE
(Autorisiert und zum Abdruck freigegeben)

Interview mit dem Darsteller und Schauspiellehrer
René Blanche
 
Stand – April 2021
 
Lieber René Blanche,
schön, dass Sie sich Zeit genommen haben, ein paar Fragen zu beantworten:
Herzlich gern!
Wie kamen sie zu der Rolle des Münzmeisters Böttcher im Film „Austern für den Grafen“?
Ich erinnere mich sehr gerne an den Moment, als die Rolle zu mir kam. Ich gab gerade einen Schauspiel-Workshop an der Aachener Schauspielschule zusammen mit Tom Barcal. Wir legten gerade eine Pause ein, als sich Toms Agentur telefonisch meldete und von einem großartigen Filmprojekt schwärmte.  Ich habe das Gefühl, das sollte einfach in dem Moment passieren. Die anschließende Zusammenarbeit mit Sabine und Ralph Gorenflo gestaltete sich hochspannend - so spannend wie das Drehbuch selbst, das wir gemeinsam durchgegangen sind. Aber eine Rolle stach für mich heraus: Die des Johann Valentin Böttcher!
Der Münzmeister ist Opfer des absolutistischen Systems – er wird gezwungen Dinge zu tun, die er nicht möchte, und zum Schluss bezahlt er mit seinem Leben.  Wie gehen Sie mit einer solchen Rolle um?
Es ist wichtig zu verstehen, dass der Schauspieler nicht von außen betrachtet, in gut und böse unterteilen sollte. Jede Figur hat ihre eigenen äußeren Umstände und handelt aus ihrer eigenen inneren Logik heraus. Eine alte Regieweisheit besagt: Willst Du einen Schauspieler besser machen, so gib ihm Widerstände, die er überwinden muss. Von dem Standpunkt aus betrachtet, ist meine Rolle besonders reizvoll.
Haben Sie schon einmal in einem historischen Kostümfilm mitgespielt? Was ist daran so reizvoll?
Ja, das ist genau mein Lieblingsmetier! Meine letzte historische Rolle war die des Messer Nicia in einer Verfilmung von Nicolo Machiavellis „Mandragola“. Mein amerikanischer Mentor Jeffrey Gratton sagt immer: „You are born for period movies, René!“ Und auch meine russische Lehrerin, die Theaterregisseurin Olga Romanovskaya meinte früher: „René, Du bist in der falschen Zeit geboren. Du bist viel zu romantisch für die Jetzt-Zeit“. Da tauche ich doch gerne in die Vergangenheit ein. Eine besondere Leidenschaft ist die Sprache! Selbige war ja, wie so vieles im Barockzeitalter, äußerst prachtvoll und schön.
Freuen sie sich darauf mit Filmkollegen und Kolleginnen, wie Elke Sommer, Christine Neubauer, Joe Bausch, Dorkas Kiefer und Tom Barcal vor der Kamera zu stehen?
Unbedingt! Was mir die Zusammenarbeit ganz besonders versüßt, ist die Tatsache, dass ich auch zum Regie-Team gehören darf und meine Kollegen zusätzlich auf einer weiteren Ebene kennenlernen kann.
Kennen Sie den Drehort Weilburg und auch das Schloss. Wie finden sie die Location?
Weilburg und sein Schloss bieten die perfekte Kulisse, um in das Zeitalter des Barock einzutauchen. Die wunderschöne Umgebung wird uns bei unserer schauspielerischen Verwandlung sehr helfen. Ich bin sicher, dass „Austern für den Grafen“ einen wertvollen Beitrag für die Region leistet. Wie man hört, sind die Weilburger voller Begeisterung für das Projekt. Ich fühle mich geehrt, beitragen zu können.
 
In welchem Film spielten sie zuletzt?
Der Titel des letzten Films, in dem ich im April dieses Jahres mitspielte, hieß „Strict Rules“, ein rasanter Kino-Action-Thriller. Meine Aufgabe war es, einen gewalttätigen Killer zu verkörpern. Für mich eine ganz neue Erfahrung, die mir allerdings auch großen Spaß bereitet hat.
Wie hat Corona die Filmbranche verändert?
Corona stellt eine einschneidende Veränderung dar, die uns vor große Herausforderungen gestellt hat. Ich hoffe sehr, dass wir diese Herausforderungen meistern werden und daran wachsen.
Sie sind Leiter der Aachener Schauspielschule – werden Sie ihre Erfahrungen als Lehrer am Set einbringen?
Auf jeden Fall! Ich glaube, das geht gar nicht anders. Denn die Tatsache, dass ich Schauspiel-Studenten unterrichte, bedeutet auch, dass die Studenten mich unterrichten. Wirkliches Lernen ist niemals eine Einbahnstraße. Ein besseres Training kann ich mir für mich gar nicht vorstellen.
Welche Rollen waren ihnen in der Vergangenheit die liebsten?
Jene Rollen, die mir ermöglichten, besonders viel von dem, was ich beitragen kann, anzubieten. Ebensolche Rollen, die es dem Regisseur ermöglichten, mich und die Rolle in mir zu entdecken und gemeinsam immer wieder neue Akzente zu finden.
Wir danken für das Gespräch.
Vielen herzlichen Dank für Ihre ausgezeichneten Fragen. Selbige helfen mir zusätzlich dabei, mich auf meine Rolle vorzubereiten.






(Alle Bilder in hoher Auflösung downloadbar - anklicken )




René Blanche
Foto frei by René Blanche





































































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